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-Margaret Mitchell
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Felicia Langer
Ein sehr persönliches Zeugnis PDF
Freitag, 23 Januar 2009

Ein sehr persönliches Zeugnis

 

 Lesung und Gespräch: Felicia Langer 

Moderation: Dr. Christel Hartinger 

Freitag, 30. Januar, 19.30 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek, Oberlichtsaal, 2. Etage  

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sa. e.V., dem Arabisch-Deutschen Kulturhaus Delitzsch e.V., BdA - Bund der Antifaschisten e.V., VVN -BdA Stadtverband Leipzig e.V. und dem Friedenszentrum Leipzig e.V.

 

 Kein Frieden in Nahost: Sie möchte jedoch dem Hass eine Kraft entgegensetzen, die Liebe, die sie selbst erfahren hat. Sie ist erfüllt von Hoffnung. Einer Hoffnung, für die gestritten  werden muss, gegen das Unrecht. In diesem sehr persönlichen Buch schildert Felicia Langer, was sie bestärkt, sich für Versöhnung und Frieden einzusetzen.  

Felicia Langer, Israeli, Anwältin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, schloss 1990 ihre Kanzlei in Jerusalem, weil sie keine Chance mehr sah, vor Militär-Gerichten etwas für ihre Klienten erreichen zu können. Sie zog nach Deutschland, ins »Land der Täter«, um nun mit Publikationen für die Rechte des palästinensischen Volkes kämpfen zu können. An vielen, vielen Orten streitet sie seitdem für die Wahrheit über Nahost. Leipzig gehört dazu... 

Werke (Auswahl)

Brücke der Träume. Eine Israelin in Deutschland, Lamuv Verlag Göttingen 1994.Miecius später Bericht, Lamuv Verlag Göttingen 1999.

Brandherd Nahost oder: Die geduldete Heuchelei, Lamuv Verlag Göttingen 2004

Die Entrechtung der Palästinenser.40 Jahre israelische Besatzung, Lamuv Verlag Göttingen 2006.

Hans Dieter Schütt, »Nicht gegen mein Gewissen«, Gespräche mit Felicia Langer, Dietz Verlag Berlin 2005. 

Alice Schwarzer: »Felicia Langer hat nicht den einfachen Weg gewählt. Ihre Eltern, polnisch-jüdische Großbürger, flüchten mit dem Kind vor den Nazis nach Russland. Die meisten ihrer Verwandten werden in Konzentrationslagern ermordet. Und ihr späterer Mann überlebt fünf KZs. 1950 folgt sie ihrer Mutter nach Israel.... Felicia Langer, die am eigenen Leib die Erfahrung der Vertreibung, Misere und Demütigung mitgemacht hat, ist auch in Israel nicht bereit, die Augen zu verschließen: Für sie sind die Palästinenser keine ‚dreckigen Araber’. 1959, als ihr Sohn sechs ist, fängt sie an, Jura zu studieren, 1965 wird sie Anwältin, um zu helfen. (...) Sie, eine Frau allein, stellt sich gegen den Terrorder Politik der Eisernen Faust: Die junge Anwältin holt die Gefolterten aus den Gefängnissen, kämpft mit den Familien in den zerstörten Häusern um das Recht auf Verbleib und informiert weltweit die Öffentlichkeit. (...) Felicia Langer will nicht mithassen, sondern ‚mitlieben’ wie Antigone.«  

 
Vorstellung Felicia Langer PDF
Montag, 27 März 2006

" … Keine Gipfelkonferenz gegen den Terror, unter deren Teilnehmern die Akteure eines straflosen Staatsterrors sind, wird uns davor retten, zu Opfern des Terrors zu werden., sondern nur eine scharfe Kehrtwendung in der israelischen Politik, die eine Zusicherung der legitimen Rechte der Palästinenser zum Inhalt haben muss: das Recht der Selbstbestimmung, das Recht der Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückzukehren, das Recht auf Entschädigung für jene, die nicht zurückkehren wollen, das Recht, als Menschen zu leben, frei von unserer Herrschaft und als gleichberechtigte Nachbarn. Wer mit Israel sympathisiert und sein Wohl will, muss ihm diese Richtung anraten, wenn er wirklich die Fahne eines gerechten Friedens unter den Völkern hochhält. Andernfalls wird der Friede nur ein Wort sein, eine bequeme Wahlparole für politische Führer und ihre Gefolgschaft. Und es wird ein Prozess ohne Frieden bleiben."

( aus: "Lasst uns wie Menschen leben". März 1996)

Felicia Langer - Anwältin für einen gerechten Frieden

"Tausende von Gerichts- und Prozessakten über Gefangene, Gefolterte, Getötete und Deportierte, über beschlagnahmtes Land und Häusersprengungen gingen durch ihre Hände; Tausenden von Palästinensern versuchte sie mit ihrem juristischen Wissen und ihrer Erfahrung, aber auch mit ihrer menschlichen Wärme zu helfen. Auf vielfältige Weise schlug Felicia Langer als eine der ersten zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Volk Brücken", heißt es in einem Artikel über die international bekannte israelische Anwältin. Sie schloss 1990 aus Protest gegen die Politik ihres Staates, gegen "die Farce" seines Justizsystems ihre Kanzlei in Jerusalem.

Seither lebt und arbeitet sie - nach dem zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann, der fünf Konzentrationslager des Hitlerregimes erfahren musste, von Polen nach Israel gekommen- in Tübingen, kämpft nun als Autorin und Publizistin für die Wahrheit über Nahost. Schon 1990 hatte sie dafür die hohe Anerkennung durch den "Right Livelihood Award", den Alternativen Friedensnobelpreis, erhalten. In den folgenden Jahren brachte sie in dichter Folge im Lamuv Verlag Göttingen mehrere Bücher zu dieser Problematik heraus, so "Die Zeit der Steine. Eine israelische Jüdin über den palästinensischen Widerstand", "Zorn und Hoffnung. Autobiographie" , "Brücke der Träume. Eine Israelin geht nach Deutschland", "Wo Hass keine Grenzen kennt. Eine Anklageschrift" , "Lasst uns wie Menschenleben. Schein und Wirklichkeit in Palästina" und ihre erschütternde Niederschrift der Lagererinnerungen ihres Mannes "Miecius später Bericht. Eine Jugend zwischen Getto und Theresienstadt".

Es hat mich sehr ermutigt, als mir Felicia Langer vor kurzem am Telefon sagen konnte, dass sie dennoch - auch unter dem Druck der schrecklichen Gewaltschraube der letzten Monate - ein neues Buch fertig stellen konnte. Der Titel "Brandherd Nahost oder: die geduldete Heuchelei" enthält für mich den bitter-scharfen Kommentar, der sich seit langem stets einstellt , wenn ich Nahost-Nachrichten/ Bilder/ Reportagen höre. Ob sie unter diesen lastenden Umständen Kraft und Gesundheit habe, damit wiederum Lesungen und Diskussionen durchzuführen, fragte ich sie; um das mögliche Wo und Wann drehte sich unser weiteres Gespräch. Ja, natürlich werde sie fahren, lesen, sprechen und natürlich (ich sah ihren besonderen, ihren burschikos- charmanten AugenBlick vor mir) werde sie schon wieder zahlreich eingeladen...

Eine Veranstaltung in Leipzig, in einer der großen, so anregend unseriösen Kulturhallen des Werk II in der Windscheidstraße, ließ mich mit ihr um 1997/98 bekannt werden. Nach ihrer Lesung drehte sich die Debatte intensiv um die hochgradig empörenden Schachzüge der israelischen Regierung, die inkonsequente "Hilfe" der internationalen Staaten, so dass ich mich erst danach entschloss, sie persönlich auch nach ihrem so anderen Leben in Deutschland, ihrem so anderen "Beruf", dem Schreiben, zu fragen . Und ihr meine Bewunderung für ihre Publikationen auszusprechen, die eindringliche subjektiv-authentische Zeugenschaft mit differenzierender Sachkunde und einer intentionell fungierenden Montage der verschiedenen notwendigen Textarten zu überzeugender literarisch-publizistischer Qualität vereinen...

So etwas schreibe ich? Felicia Langer fragte ungläubig zurück, war überrascht, erfreut. Inzwischen konnte ich ihre Arbeit auf einer größeren Lesereise durch Sachsen, auf zahlreichen Veranstaltungen durch das Hinweisen auch auf diese Qualität unterstützen. Daher stand nach dem jüngsten Telefonat mein Vorsatz fest, auch in Leipzig wiederum eine Begegnung mit ihr vorzubereiten, jetzt, da sich zunehmend Desinteresse ohnmächtig von der Nahost-Katastrophe abwendet und jede Gelegenheit genutzt werden muss, um Wahrheit und Protest gegen die "geduldete Heuchelei" hörbar zu machen.

Es konnte gelingen. Im Rahmen des Programms "Leipzig liest" kann Felicia Langer am Sonntag , d. 28. März 2004, um 13.00 im Congress Center der Leipziger Buchmesse gehört und befragt werden. Eine Buchpremiere, die unserer Messe als Manifestation eines weltweiten Diskurses gegen ökonomische und militärische Gewalt, für gleichberechtigte Lebensmöglichkeiten auf der Erde gut anstehen wird. Die Veranstaltung wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, die AG Lisa Leipzig, der Bund der Antifaschisten Leipzig, die Freitagswerkstatt "Erzählen und Schreiben" und das Deutsch-Arabische Kulturhaus unterstützt.

Christel Hartinger. Leipzig

 

Donnerstag, 29 Juli 2010

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